Onshore- & Offshore-Windkraftanlagen im Vergleich: Wie treiben sie die Energiewende voran?

Die Windenergie ist ein zentraler Baustein der Energiewende in Deutschland und Europa. Sie ermöglicht die großkalibrige Erzeugung erneuerbarer Energie und trägt entscheidend zur Reduktion von CO₂-Emissionen bei.

Onshore und Offshore: Zwei Technologien, ein gemeinsames Ziel

Im Mittelpunkt stehen dabei zwei grundlegende Stromerzeugungstechnologien: Onshore-Windkraftanlagen an Land und Offshore-Windparks auf See. Beide Technologien basieren auf demselben physikalischen Prinzip, unterscheiden sich jedoch erheblich hinsichtlich Standorts und Windbedingungen, Anlagentechnik und Dimensionierung, erzielbaren Volllaststunden und dem Erzeugungsprofil, der Kostenstruktur und der Netzanbindung.

Während Onshore-Anlagen häufig die regionale Energieversorgung stärken und durch vergleichsweise geringe Systemkosten überzeugen, ermöglichen Offshore-Windparks eine besonders hohe und konstante Energieproduktion unter stabilen Windbedingungen auf See.

Entscheidend ist daher nicht die Frage, welche Technologie „besser“ ist, sondern wie beide Systeme im Zusammenspiel zur Versorgungssicherheit und zum Ausbau der erneuerbaren Energien beitragen.

Onshore-Windenergie: Der Motor der regionalen Energiewende

Onshore-Windenergie bezeichnet die Stromerzeugung durch Windkraftanlagen, die an Land installiert werden – typischerweise in windreichen Regionen oder auf landwirtschaftlich genutzten Flächen. Sie bildet aktuell einen der wichtigsten Pfeiler der erneuerbaren Energieversorgung in Deutschland und gilt im internationalen Vergleich als besonders kostengünstigsten Technologien der Stromproduktion.

Der große Vorteil von Onshore-Projekten liegt in ihrer Nähe zu bestehenden Infrastrukturen und Verbrauchszentren. Dadurch lassen sich Netzverluste reduzieren und Energie direkt dort einspeisen, wo sie benötigt wird.

Onshore Windparks: Vor- und Nachteile im Überblick

Im Rahmen der Projektentwicklung müssen jedoch sowohl Chancen als auch Einschränkungen berücksichtigt werden:

Kategorie

Bewertung Onshore-Windenergie im Vergleich zu Offshore

Investitionskostenvergleichsweise gering
Betrieb & Wartunggut zugänglich und effizient
Flächenbedarfplanerisch gebundene Fläche vergleichsweise groß, gleichzeitig bleibt die landwirtschaftliche Nutzung in der Regel weitgehend erhalten
Energieertragsolide, abhängig von Standort

Onshore-Windenergie überzeugt insbesondere durch geringere Errichtungs- und Betriebskosten. Die Anlagen sind leichter zugänglich, was Wartung und technisches Asset Management vereinfacht. Zudem profitieren Regionen von direkten wirtschaftlichen Effekten wie Pachteinnahmen und kommunaler Wertschöpfung. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit zur Bürgerbeteiligung, die die lokale Akzeptanz erhöhen kann.

Demgegenüber steht der hohe Flächenbedarf, der in dicht besiedelten Regionen zunehmend zu Nutzungskonflikten führt. Auch die Akzeptanz in der Bevölkerung ist je nach Standort unterschiedlich ausgeprägt. Zusätzlich sind Onshore-Anlagen stärker von lokalen Windverhältnissen und topografischen Bedingungen abhängig, was sich auf den Energieertrag auswirken kann.

Wirtschaftlichkeit von Onshore-Projekten

Onshore-Windparks weisen die folgenden Wirtschaftlichkeitsaspekte auf:

  • geringere Bau- und Infrastrukturkosten 
  • vergleichsweise schnelle Genehmigungs- und Realisierungszeiten 

erlaubt direkte Einspeisung in regionale Netze erlauben

Expertentipp: Projektentwicklung als Erfolgsfaktor

Ein entscheidender Faktor für den Erfolg von Onshore-Windprojekten ist die Qualität der Projektentwicklung. Hier geht es nicht nur um technische Planung, sondern um einen durchgängigen Prozess von der Flächenanalyse bis zur Inbetriebnahme.

 

Die VSB Gruppe (Teil von TotalEnergies Erneuerbare Energien) zählt zu den erfahrenen Akteuren in diesem Bereich und begleitet Projekte entlang der gesamten Wertschöpfungskette:

  • Identifikation geeigneter Flächen und Standortanalysen
  • Abstimmung mit Kommunen und Flächeneigentümern
  • Begleitung von Genehmigungsverfahren (z. B. nach BImSchG)
  • Planung von Netzanschluss und technischer Infrastruktur

     

Besonders im Bereich Repowering zeigt sich die Stärke moderner Projektentwicklung: Bestehende Standorte werden analysiert und durch effizientere Anlagen ersetzt, wodurch die Energieausbeute pro Fläche deutlich steigt.

Die Windenergie in Deutschland steht vor einem strukturellen Umbruch: Zahlreiche Bestandsanlagen nähern sich dem Ende ihrer wirtschaftlichen Lebensdauer oder fallen aus der EEG-Förderung heraus, zugleich führen zunehmender Wartungsaufwand und steigende Reparaturkosten zu höheren Kosten. Gleichzeitig wächst der Bedarf an erneuerbarer Energie rasant – getrieben durch steigende Elektrifizierung, ambitionierte Klimaziele und die Transformation energieintensiver Industrien.

Doch wie lässt sich bestehende Infrastruktur effizient weiter nutzen, ohne neue Flächen zu erschließen? Die Antwort liegt im Repowering von Windkraftanlagen.

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Offshore-Windenergie: Kraftpakete auf hoher See

Offshore-Windenergie beschreibt bezogen auf Deutschland die Nutzung von Windkraftanlagen, die in Küstengewässern und der ausschließlichen Wirtschaftszone, also in der in der Nord- und Ostsee, installiert werden. Diese Anlagen profitieren von besonders stabilen und starken Windverhältnissen, die eine kontinuierlich hohe Stromproduktion ermöglichen.

Im Vergleich zu Onshore-Anlagen erreichen Offshore-Windparks deutlich höhere Energieerträge pro installierter Anlage und gelten daher als besonders leistungsstark im europäischen Energiemix.

Warum Offshore so leistungsstark ist

Die besonderen Standortbedingungen auf See führen zu einer Reihe technologischer und wirtschaftlicher Vorteile:

  • deutlich höhere und konstantere Windgeschwindigkeiten
  • signifikant höhere Volllaststunden im Jahresverlauf
  • große Einzelanlagen mit hoher Nennleistung
  • keine Flächenkonflikte mit Siedlungs- oder Landwirtschaftsgebieten

Diese Faktoren machen Offshore-Windenergie zu einem zentralen Baustein für die Energieversorgung.

Herausforderungen von Offshore-Projekten

Trotz der hohen Leistungsfähigkeit sind Offshore-Projekte deutlich komplexer in Planung und Betrieb. Die wichtigsten Herausforderungen liegen in den hohen Investitionskosten sowie in der technischen Umsetzung unter maritimen Bedingungen.

  • sehr hohe CAPEX-Kosten für Bau und Installation
  • komplexe Logistik bei Errichtung auf See
  • erschwerte Wartung und Instandhaltung
  • Korrosionsschutz aufgrund salzhaltiger Umgebung

Offshore in Zahlen

  • deutlich höhere Volllaststunden als Onshore
  • große Anlagen mit hoher Einzelleistung
  • längere Planungs- und Bauzeiten im Vergleich zu Onshore

Globale Perspektive: Offshore-Strategie von TotalEnergies

Im Offshore-Bereich ist TotalEnergies Erneuerbare Energien international aktiv und beteiligt sich an Projekten in Europa und weltweit. Ziel ist es, Offshore-Windenergie als stabile Säule eines diversifizierten Energiesystems weiter auszubauen.

Dabei steht insbesondere die Kombination verschiedener erneuerbarer Energiequellen im Fokus, um eine zuverlässige und nachhaltige Stromversorgung langfristig sicherzustellen.

Der direkte Vergleich: Onshore vs. Offshore im Energiesystem

Onshore- und Offshore-Windenergie unterscheiden sich nicht nur im Standort, sondern auch in ihrer wirtschaftlichen Logik, ihrem Energieertrag und ihrer Rolle im Gesamtsystem der Energiewende. Für Unternehmen, Kommunen und Projektentwickler ist daher ein strukturierter Vergleich entscheidend, um Investitionen und Flächennutzung optimal zu planen.

Während Onshore-Projekte häufig durch niedrigere Kosten und eine schnellere Umsetzung überzeugen, bieten Offshore-Windparks deutlich höhere und stabilere Energieerträge. Beide Technologien erfüllen damit unterschiedliche, aber komplementäre Funktionen im Energiesystem.

Kriterium

Onshore-Windkraft

Offshore-Windkraft

Investitionskostenniedrig bis mittelsehr hoch
Energieertrag (Volllaststunden)solide, standortabhängigsehr hoch und konstant
Realisierungsdauervergleichsweise kurzlang und komplex
Wartunglogistisch einfach zugänglichtechnisch anspruchsvoll
Flächenbedarfhoch (planerisch gebundene Fläche, trotz weiter möglicher landwirtschaftlicher Nutzung)kein Landverbrauch
NetzanschlussAnbindung an bestehende Landnetze, jedoch lokal teils begrenzte Netzkapazitätenkomplexe Seekabelsysteme

Einordnung für die Energiewende

Onshore-Windenergie eignet sich besonders für die dezentrale Energieversorgung und regionale Wertschöpfung. Offshore-Windparks hingegen liefern große Energiemengen für überregionale und industrielle Abnehmer.

In der Praxis entsteht so ein ergänzendes System, in dem beide Technologien gemeinsam zur Versorgungssicherheit beitragen.

Repowering als Schlüssel zur Effizienzsteigerung im Onshore-Bereich

Ein zentraler Hebel zur Steigerung der Effizienz bestehender Windenergieflächen ist das sogenannte Repowering. Dabei werden ältere Windkraftanlagen durch moderne, leistungsstärkere Turbinen ersetzt – oft bei gleichzeitiger Reduktion der Anlagenanzahl.

Das Ziel ist klar: mehr Energie auf derselben Fläche bei geringerer Umwelt- und Landschaftsbelastung.

 

Warum Repowering immer wichtiger wird

  • Bestehende Standorte werden technisch auf den neuesten Stand gebracht
  • Deutlich höhere Nennleistung pro Anlage
  • Optimierung von Volllaststunden und Netzanschlussnutzung
  • Reduktion visueller und ökologischer Auswirkungen

Praxisbeispiel: Projekt Elster (VSB)

Ein besonders anschauliches Beispiel für erfolgreiches Repowering ist das Projekt Elster, das von der VSB Gruppe innerhalb der TotalEnergies Erneuerbare Energien umgesetzt wurde.

Im Rahmen dieses Projekts wurden ältere Windenergieanlagen durch deutlich weniger, aber wesentlich leistungsstärkere neue Turbinen ersetzt. Das Ergebnis:

  • drastische Reduktion der Anlagenanzahl
  • signifikante Steigerung der Gesamtleistung
  • deutlich effizientere Nutzung der vorhandenen Fläche

Dieses Beispiel zeigt, wie moderne Projektentwicklung dazu beitragen kann, bestehende Standorte wirtschaftlich und ökologisch zu optimieren, ohne zusätzliche Flächen zu beanspruchen.

VSB Gruppe bringt eines der größten Repowering-Projekte Europas ans Netz

Ein starkes Signal für die Energiewende: Die VSB Gruppe bringt eines der größten Repowering-Projekte Europas ans Netz und steigert die Effizienz bestehender Windstandorte erheblich.

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Herausforderungen in Planung, Genehmigung und Umsetzung

Trotz des technologischen Fortschritts bleibt die Umsetzung von Windenergieprojekten – sowohl Onshore als auch Offshore – komplex. Besonders in Europa spielen regulatorische, ökologische und gesellschaftliche Faktoren eine zentrale Rolle.

Die zentralen Herausforderungen im Überblick

Onshore und Offshore als gemeinsames Fundament der Energiewende

Onshore- und Offshore-Windkraft werden häufig miteinander verglichen, erfüllen in der Praxis jedoch unterschiedliche, sich ergänzende Funktionen im Energiesystem. Während Onshore-Windenergie durch ihre Kosteneffizienz, grundsätzlich kürzere Realisierungszeiten im Vergleich zu Offshore-Projekten und Nähe zu Verbrauchszentren überzeugt, liefert Offshore-Windenergie besonders hohe und stabile Energieerträge unter konstanten Windbedingungen auf See. Für die Energiewende in Deutschland und Europa ist daher nicht die Entscheidung für eine der beiden Technologien entscheidend, sondern deren intelligente Kombination im Gesamtsystem.

Onshore-Projekte stärken regionale Strukturen, ermöglichen Bürgerbeteiligung und bieten vergleichsweise schnelle Realisierungswege im Vergleich zu Offshore. Offshore-Anlagen hingegen schaffen die Grundlage für großkalibrige Strommengen, die insbesondere für Industrie und überregionale Netze relevant sind.

Ein entscheidender Erfolgsfaktor liegt dabei in der professionellen Projektentwicklung über den gesamten Lebenszyklus hinweg – von der Flächenanalyse über Genehmigungen bis hin zur Umsetzung und Optimierung bestehender Standorte. Insgesamt zeigt sich: Die Zukunft der Windenergie ist kein Entweder-oder, sondern ein leistungsfähiges Zusammenspiel beider Technologien.

Häufige Fragen zu Onshore- und Offshore-Windkraft (FAQ)